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Was ist der AI Brand Gap?

Ein Praxisleitfaden zum Unterschied zwischen Ihrer Positionierung und der Darstellung Ihres Unternehmens durch KI.

Von KVD · Veröffentlicht

Der AI Brand Gap™ bezeichnet den Unterschied zwischen dem Verständnis, das Sie für Ihre Marke anstreben, und der Darstellung Ihrer Marke durch ein KI-System in einer konkreten Antwort.

Dieser Unterschied kann Ihre Kategorie, Ihre Kunden, Ihre Kompetenzen, Ihre Wettbewerber oder die Belege für Ihre Aussagen betreffen. Es kann sich um einen eindeutigen Fehler handeln. Es kann aber auch eine sachlich korrekte Beschreibung sein, die die Gründe ausblendet, aus denen sich ein Kunde für Sie entscheiden würde.

Bei KVD nutzen wir den Begriff, um eine strategische Frage zu formulieren: Spiegelt die Art, wie KI Ihr Unternehmen erklärt, Ihre angestrebte Positionierung wider, und lässt sich diese Positionierung belegen?

Eine Erwähnung ist erst der Anfang

Wenn Ihr Unternehmensname in einer KI-Antwort erscheint, sagt das etwas über Ihre Sichtbarkeit aus. Über die Qualität der Darstellung sagt es weniger aus.

Eine Antwort kann Ihre Marke erwähnen und sie zugleich der falschen Kategorie zuordnen. Sie kann eine nicht mehr angebotene Leistung beschreiben, eine relevante Kompetenz übersehen oder Sie mit Unternehmen vergleichen, die andere Kunden bedienen.

Ebenso kann eine Antwort eine Schwäche Ihrer eigenen Positionierung sichtbar machen. Wenn Ihre Website, Unternehmensprofile und Vertriebsunterlagen unterschiedliche Botschaften vermitteln, müssen Sie zunächst für Klarheit sorgen.

Eine aussagekräftige Bewertung stellt deshalb zwei Fragen:

  • Ist die Beschreibung sachlich korrekt?
  • Vermittelt sie das, was in dieser Kaufsituation zählt?

Die zweite Frage setzt ein klares Verständnis des Kunden voraus.

Wie ein AI Brand Gap aussehen kann

Fünf Bereiche, die Sie prüfen sollten

1. Kategorie

Ordnet die Antwort Ihr Unternehmen einer Kategorie zu, die das Angebot zutreffend beschreibt?

Eine spezialisierte Beratung, eine Softwareplattform und eine auf Umsetzung ausgerichtete Agentur können verwandte Probleme angehen und dabei sehr unterschiedliche Leistungen erbringen. Werden sie verwechselt, können falsche Erwartungen entstehen.

2. Passung zur Zielgruppe

Erkennt die Antwort, für welche Kunden, Bedürfnisse und Rahmenbedingungen Ihr Angebot konzipiert ist?

Ein Unternehmen kann für eine bestimmte Unternehmensgröße, Branche, Region oder Entwicklungsphase relevant sein. Diese Unterschiede sollten in seiner Positionierung ausdrücklich benannt werden.

3. Differenzierung

Erklärt die Antwort relevante Unterschiede, oder reduziert sie das Unternehmen auf Formulierungen, die nahezu jeden Wettbewerber beschreiben könnten?

Wirksame Differenzierung verknüpft eine Kompetenz mit einem Kundenbedürfnis und untermauert dies mit Belegen.

4. Belege

Sind die Aussagen in der Antwort belegt? Fehlen wichtige Aussagen, weil die dazugehörigen Nachweise schwer zu finden sind?

Abhilfe können klarere Fallstudien, Produktdokumentationen, fachliche Erläuterungen oder präzisere Beschreibungen der geleisteten Arbeit schaffen.

5. Alternativen

Vergleicht die Antwort das Unternehmen mit passenden Alternativen?

Kunden vergleichen möglicherweise verschiedene Wege, ein Problem zu lösen. Dazu gehört auch, die Arbeit intern zu erledigen. Wer diese Alternativen versteht, kann besser erklären, wo das eigene Angebot einzuordnen ist.

Definieren Sie zuerst das angestrebte Verständnis

Bevor Sie die Abweichungen bewerten, erstellen Sie eine kompakte Referenz dafür, was eine zutreffende Darstellung vermitteln sollte.

Halten Sie fest:

  • Was das Unternehmen tut.
  • Welche Kunden es bedient.
  • Welche Probleme und Anwendungsfälle es adressiert.
  • Was sein Angebot besonders macht.
  • Welche Belege diese Unterschiede stützen.
  • Was weder behauptet noch suggeriert werden sollte.

Trennen Sie aktuelle Fakten von Zielen. „Wir planen, diesen Markt zu bedienen“ ist etwas anderes als „Wir haben Erfahrung in diesem Markt“.

Diese Referenz bildet den Kern eines AI Brand Book. Sie übersetzt die Markenstrategie in klare Leitlinien, die Teams bei der Bewertung von Beschreibungen und der Beauftragung von Arbeiten nutzen können.

Das Dokument selbst steuert keine externen KI-Systeme. Sein Zweck ist es, eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu schaffen.

Testen Sie Fragen, die Kunden tatsächlich stellen könnten

Gehen Sie von Kaufsituationen aus und formulieren Sie anschließend die Fragen.

Eine allgemeine Frage wie „Was macht dieses Unternehmen?“ kann grundlegende Ungenauigkeiten aufdecken. Spezifischere Fragen können zeigen, ob die Marke in einem geschäftlich relevanten Kontext verstanden wird.

Für das fiktive Beispiel Northline könnten relevante Fragen lauten:

  • Was sollte ein kleines Fertigungsteam bei der Auswahl einer Wartungssoftware beachten?
  • Welche Funktionen sind wichtig, wenn bestehende Anlagen nicht ersetzt werden können?
  • Wie schneidet Northline im Vergleich zu einer größeren Enterprise-Plattform ab?

Stützen Sie die Bewertung nicht ausschließlich auf Prompts, die Ihr Unternehmen namentlich nennen. Beziehen Sie auch Fragen ein, bei denen sich der Kunde noch mit dem Problem oder der Kategorie vertraut macht.

Dokumentieren Sie die Plattform, das Datum, den genauen Wortlaut der Frage und ob die Websuche aktiviert war. Bewahren Sie die Antwort und alle zitierten Quellen auf.

Betrachten Sie jede Antwort als einzelne Beobachtung. Wiederholen Sie ausgewählte Fragen, um festzustellen, ob ein Problem wiederholt auftritt, statt aus einem einzigen Ergebnis Schlüsse zu ziehen.

Leiten Sie aus Beobachtungen Prioritäten ab

Eine Bewertung sollte zu Entscheidungen führen.

Wenn eine Antwort eine veraltete Information wiederholt, prüfen Sie die Quelle. Wenn das Angebot unklar bleibt, verbessern Sie die Erklärung. Wenn eine Aussage nicht belegt ist, klären Sie, ob das Unternehmen sie belegen kann.

Ordnen Sie die daraus entstehenden Aufgaben drei praxisnahen Kategorien zu:

Korrigieren
Berichtigen Sie unzutreffende, veraltete oder widersprüchliche Informationen in Quellen, die Sie selbst kontrollieren. Bitten Sie gegebenenfalls auch bei anderen Quellen um Korrekturen.
Ergänzen
Erweitern Sie eine zutreffende, aber unvollständige Erklärung um hilfreiche Details oder Belege.
Erstellen
Erstellen Sie fehlende Inhalte, die Kunden helfen, das Unternehmen, sein Angebot oder dessen Eignung zu verstehen.

Priorisieren Sie die Themen danach, wie relevant sie für Kaufentscheidungen sind, wie belastbar die Beobachtung ist und inwieweit Sie die Probleme beheben können.

Wiederholte Bewertungen können zeigen, ob sich die Darstellung verändert. Eine veränderte Antwort allein beweist jedoch nicht, dass eine bestimmte Anpassung der Website die Ursache dafür war.

Von der Referenz zum kontinuierlichen Programm

Das AI Brand Book definiert das angestrebte Verständnis. Die AI Brand Campaign liefert das anschließende Programm aus Analyse, abgestimmten Maßnahmen und Erfolgskontrolle.

Diese Unterscheidung ist wichtig. Das eine schafft die strategische Referenz; das andere setzt sie in die Praxis um, während sich Informationen, Märkte und KI-Systeme weiterentwickeln.

Ziel ist eine klarere, besser belegte Darstellung der Marke. Empfehlungen externer KI-Systeme liegen weiterhin außerhalb der Kontrolle jeder Beratung.

Ein sinnvoller erster Schritt ist, Ihre angestrebte Positionierung mit einer kleinen Auswahl relevanter KI-Antworten zu vergleichen. Prüfen Sie nicht nur, ob Ihr Name auftaucht. Untersuchen Sie, welches Verständnis ein potenzieller Kunde aus der Beschreibung gewinnen würde.

An diesem Punkt wird der AI Brand Gap zu einer praktischen Marketingfrage.

Wie stellt KI Ihre Marke dar?

Sprechen Sie mit KVD darüber, wie Sie das angestrebte Verständnis Ihrer Marke definieren und Abweichungen bewerten können.

Über Ihren AI Brand Gap sprechen